Die Anhang-Texte im "Blauen Buch"

Der Anhang im Chen Xin Cover chinesischChen Xin - Graphische Erläuterungen zum Taijiquan des Chen Clans (Band 1) kommentiert und publiziert von Chen Peiju und Qiao Fengjie

Dieses im Jahre 2005 in China publizierte Buch bildet die Grundlage für das im Jahre 2015 in Deutschland veröffentlichte Werk "Kommentare zu den Grafischen Erläuterungen zum Taijiquan des Chen-Clans" (Verlag Stubenbaum).

Es wurde von Chen Peiju kommentiert und für heute lebende Chinesen verständlich gemacht. Wissenschaftliche Begleitung erhielt sie dabei durch den Philosophie-Experten und Kampfkünstler Dr. Qiao Fengjie, einen Schüler Chen Liqings. Hinsichtlich den kampfkünstlerischen Aspekten erhielt Chen Peiju Unterstützung und Beratung durch ihre Tante Chen Liqing, ihre Brüder Chen Peilin und Chen Peishan, und ihren Verwandten Chen Dongshan.

Die deutsche Übersetzung wurde zusätzlich von Dr. Hermann Bohn, einem Sinologen und Kampfkünstler, reichhaltig kommentiert um dem deutschsprachigen Leser die schwierige philosophische Gedankenwelt die dem Werk zugrunde liegt verständlicher zu machen.

Der deutschen Ausgabe wurden Anhang-Texte und bibliografische Notizen zum Autor, den Nachfahren in seiner Boxtradierung, den Kommentatoren und dem Verleger hinzugefügt.

 

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Der tiefste Video-Blick in die Taijiquan-Vergangenheit

Du Yuze Video
Du Yuze (17. Generation Chen Taijiquan) war ein Schüler Chen Yanxis (16. Gen. Chen Taijiquan) in der Linie des Großen Rahmens (Dajia), und Chen Mingbiaos (17. Gen. Chen Taijiquan) in der Linie des Kleinen Rahmens (Xiaoija) bzw. des Hulejia Rahmens.
 
Chen Yanxis Sohn Chen Fake (17. Gen Chen Taijiquan) verlies das kleine Dorf Chenjiagou in dem das Taijiquan des Chen Clans entstand, ging in die Hauptstadt Bejing, und erlangte dort aufgrund  seiner überragenden kämpferischen Fähigkeiten große Berühmtheit.
 
Das wenige von Du Yuze existierende Videomaterial, das ihn bereits in einem weit fortgeschrittenen Alter zeigt, ist das einzige Videomaterial eines Vertreters der 17. Generation des Chen Taijiquan, somit der weiteste Blick den wir in die Taijiquan Vergangenheit werfen können, und ein wichtiges historisches Zeitzeugnis.

Die geheime Kunst

Chen Wangting 194Chen Taijiquan Xiaojia wurde über viele Generationen hinweg nur innerhalb der Familie als geheime Kampfkunst weitergegeben.

Diesen Satz liest man ständig im Bezug auf das Chen Taijiquan. Was bedeutet er? Was heißt Familie?

Chen Tang (5. Generation des Chen Clans) war der Urururururururgroßvater von Chen Changxing (14. Gen.) sowie der Ururgroßvater des Chen Taijiquan Begründers Chen Wangting (9. Gen.) Chen Changxing ist also kein direkter Nachkomme Chen Wangtings, seine verwandtschaftliche Beziehung zu Chen Wangting besteht in einem gemeinsamen Vorfahren aus der 5. Generation des Chen Clans, der Chen Tang hieß. Wobei die heutigen Vertreter der Familienlinie Chen Changxings (Dajia) im Westen um ein vielfaches verbreiteter und bekannter sind als diejenigen die von Chen Wangting und seinen Brüdern (Xiaojia) abstammen.

Überlegt man selbst wen man in seiner eigenen Verwandtschaft in vergleichbar weit entfernter Konstellation überhaupt kennt, dann kommt man wahrscheinlich ganz schnell auf die Zahl Null, denn mit jeder hinzukommenden Generation verliert sich der Kontakt innerhalb der Verwandtschaft als natürlicher Vorgang immer mehr.

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Bescheidenheit

Du YuzeGestern sprach mein Lehrer über die Bescheidenheit Chen Xins und seines Altmeisters Du Yuze. Bescheidenheit gehörte in alter Zeit zur (kämpferischen) Tugend (Wude) und war Bestandteil des Geistes eines wahren Kampfkünstlers. 

Du Yuze, der in seiner Jugend von Chen Yanxi, dem Vater Chen Fakes gelernt und in dessen Tradierungslinie aufgenommen worden war, betonte noch im Alter von 94 Jahren wie viel er noch im Taijiquan zu lernen hätte, und wie wenig er doch wisse. Dabei hatte er sein ganzes Leben lang hart trainiert, wurde hoch geachtet und besaß ein profundes Wissen und Können im Taijiquan.

Obwohl Chen Xin zusammen mit seinen Brüdern zu den herausragenden Vertretern des Taijiquan seiner Generation gehörte und uns das wichtigste Grundlagenwerk zum Taijiquan hinterlassen hat, stellte sich Chen Xin nie in den Vordergrund, sondern betonte stets in Bescheidenheit sein Unvermögen in allem was seine Fähigkeiten betraf. 

In seinem Werk "Graphische Erläuterungen zum Taijiquan des Chen Clans" schreibt Chen Xin:

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Taijiquan - Kampfkunst oder gesundheitsförderndes Trainingssystem?

Gesundheit oder Kampfkunst 01Immer wieder liest man das Taijiquan von Leuten zerteilt wird, in Taijiquan das nur wegen der Gesundheit trainiert wird und solches das als Kampfkunst trainiert wird.

Taijiquan ist aber Taijiquan in seiner Gesamtheit als Kampkunst die den Körper gesund und fit hält, wenn man es nicht als das üben möchte was es ist, lebt man in einem Irrglauben man könnte auch den gesamten gesundheitsfördernden Nutzen daraus ziehen den Taijiquan beinhaltet. Dieser gesundheitliche Nutzen ist direkt daran gekoppelt jin [1] im Körper herstellen zu können.

Die Körpermechanik wiederum um jin, und damit Spiralbewegungen im Körper herzustellen ist hochkomplex, dennoch völlig natürlich, und sie erfordert ein tiefgründiges Studium, in dem man die Theorie sowohl körperlich als auch intelektuell verstehen und umsetzen muss. Ausserdem benötigt man eine elastische Sehnenkraft, die durch entsprechendes Training aufgebaut werden muss. Man trainiert die geistigen Aspekte wie das "yi" und das ruhige Herz etc. Man trainiert alles was zum Taijiquan dazu gehört. [2]

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